Primark Gelsenkirchen: Ein kleiner Erlebnisbericht

Essen, Gelsenkirchen – liegt doch alles beieinander. Deshalb hat mich ein spontaner Schlenker am späten Samstagnachmittag zum irischen Textildiscounter Primark geführt. Ich wollte endlich mal selbst sehen, wie das Geschäft aussieht, was es da alles so gibt und herausfinden, warum dieser Laden so unglaublich  gehypt wird.
Das Geschäft ist riesig. Auf  drei vollgestopften Etagen gibt es hier Kleidung (Männer, Frauen, Kinder), Accessoires, Taschen, Schuhe, Wohnaccessoires, Beachware, Unterwäsche und Nachtwäsche.
Aber Achtung: Es riecht extrem nach Plastik!
Am Samstag war es in  der Filiale in Gelsenkirchen brechend voll. Alles war durchwühlt und durcheinander. Teilweise waren die Accessoire-Ständer sogar richtig leer gefegt. An den Umkleidekabinen und den Kassen bildeten sich zeitweise lange Schlangen.
Primark-Kundinnen sind anscheinend vorwiegend junge Mädchen. Die meisten von ihnen packten sich am Samstag ihren Einkaufsbehälter mit etlichen Artikel voll und schleppten die Sachen tütenweise aus dem Geschäft. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass viele extra nach Gelsenkirchen anreisen, um hier einzukaufen.
Primark ist für mich eine Mischung aus Avanti (ehemalige Billigmodekette von C&A) und Woolworth. Wer den Laden mit H&M und ZARA-Geschäften vergleicht, der war noch nicht selbst da. Auch mit Orsay und Pimkie würde ich Primark nicht gleichsetzen.
Die Qualität der Kleidungsstücke kann ich leider nicht beurteilen, weil ich selbst nichts von Primark besitze. Auf den ersten Blick wirken viele Teile aber sehr billig (was sie  preislich auch sind) – was aber mit Sicherheit auch an der recht unexklusiven Präsentation der Ware auf durchwühlten Tischen und vollgepackten Ständern,  sowie der ramschigen Gesamtatmosphäre des Geschäfts liegt.
Wer in dem Laden nicht mitwühlt und mit der Atmosphäre nicht klarkommt, der geht am besten direkt wieder raus. Alle anderen fügen sich einfach der Masse. Habe ich auch gemacht, meinen Wühlmaus-Instinkt angeschaltet und die Schnäppchen-Alarmglocken ordentlich läuten lassen. So ging es dann auch ganz gut… (Nur böse Zungen würden jetzt behaupten, der Plastikdampf hätte mir das Hirn vernebelt;-)).
Ohne etwas zu kaufen, habe ich den Laden also natürlich nicht verlassen.
Bei den Klamotten bin ich auf die Schnelle nicht fündig geworden. Aber neue Accessoires kann man ja immer gebrauchen und bei den Preisen kann man ja wohl auch nichts falsch machen…
Das Tuch hat 4 Euro gekostet, das Armband 3 Euro und das Ohrstecker-Set  2 Euro.
Das Tuch im Safari-Style finde ich ganz hübsch. Es ist aus sehr dünnem Baumwollstoff. Mal sehen, ob es die erste Wäsche unbeschadet übersteht. Das Armband gefällt mir ebenfalls richtig gut. Die Farbkombination Dunkelblau-Goldbraun sieht am Handgelenk absolut nicht billig aus. Aber auch mal abwarten, wie lange ich daran Freude haben werde. Das Ohrstecker-Set wollte ich eigentlich verschenken…  Die Love-Stecker finde ich allerdings furchtbar.
Mein persönliches Fazit: Wenn man in der Nähe ist, einfach mal in einen Primark-Store reingehen,  sich das Konzept und das Angebot anschauen und sich selbst eine Meinung bilden.  Ist ein Erlebnis wert. Nette Accessoires findet man immer und wenn man ausdauernd ist und den Plastikgeruch in Kauf nimmt, dann lässt sich garantiert auch mal ein Klamotten-Schnäppchen machen. Nase zu und durch! Ich persönlich werde aber ganz bestimmt niemals massenweise Ware aus dem Laden tragen und mich auch sicherlich nicht komplett in Primark keiden.
Warum der Laden gehypt wird? Ich denke, dass vor allem Blogger Primark zu einem Schnäppchenpalast erhoben haben. Hinzu kommt eine gewisse Einzigartigkeit und Unerreichbarkeit (drei Läden in Deutschland), die Primark einen Exklusivitäts-Faktor verschaffen. Meine Theorie: Je mehr Filialien in Deutschland eröffnen, desto weniger wird das Geschäft auf Dauer gehypt.
In Deutschland gibt es bislang drei Primark-Stores: Bremen (seit Mai 2009), Frankfurt (seit November 2009) und Gelsenkirchen (seit Dezember 2010).
Im September eröffnet eine weitere Filialie in Dortmund. So wie es aussieht, zieht das Bekleidungsunternehmen hier ins neue Einkaufscenter „Thier-Gelände“. Auch in Essen, Hannover und Berlin sind wohl weitere Filialen geplant. 

 

Was habt ihr für Erfahrungen mit Primark gemacht? 

 

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Tipp zum Weiterlesen: Auch Sabrina von lieb & teuer war bei Primark in Gelsenkirchen einkaufen und schildert in ihrem Blog ihre Eindrücke.
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8 Antworten zu Primark Gelsenkirchen: Ein kleiner Erlebnisbericht

  1. carrie schreibt:

    hey katharina,

    ich fahr am freitag nach bremen zu primark 😉 magister-pause!!! ich werde dir dann von meinen „highlights“ berichten. liebe grüße C

  2. Sabrina schreibt:

    Danke fürs Verlinken! 🙂

    Ich schließe mich deiner Theorie an: Primark ist in Deutschland einfach noch recht neu und die Preise sind einfach unschlagbar. Als die Kette hierzulande noch nicht so bekannt war, sind die Teile bei eBay teilweise für ein Vielfaches verscherbelt worden. Die Käufer werden sich ordentlich gewundert haben, als sie beim Auspacken die „wunderbare“ Qualität der Sachen entdeckt haben. 😉

    Der Dortmunder Primark soll angeblich über drei Etagen gehen… Na holla die Waldfee! Plastikparadies deluxe soszusagen.

  3. Yvi schreibt:

    Also ich finde Primark eigentlich ganz gut. Wenn man sich bewusst ist, dass es nicht die beste Qualität ist und sich von der Schnäppchen-Flut nicht mitreißen lässt, ist es in Ordnung. Gerade, wenn man mal Sachen will, die gerade Trend sind, man aber schon weiß, dass man sie eh nur eine Saison trägt. Dann ist es wenigstens kein rausgeschmissenes Geld. Und ganz ehrlich, viel schlechter als bei H&M ist die Qualität jetzt auch nicht. Hab gerade da in letzter Zeit sehr negative Erfahrungen gemacht. Und man sollte daran denken, dass Samstag nicht unbedingt der beste Tag für einen Besuch bei Primark ist 😉

  4. Ina schreibt:

    Werde mal einen Abstecher dorthin machen, wenn ich in der Nähe bin und berichten. Die Accessoires finde ich echt schön (-;

  5. carrie schreibt:

    mein besuch bei primark in bremen muss heute leider ins wasser fallen:-( aber ich war ja schon mal dort und will davon mal kurz berichten: ich bin mal an einem mittwoch morgen gleich um 9 von hamburg nach bremen gefahren, allein, nur um mir diesen laden mal anzuschauen. als ich, nach ca. 30 minütige s-bahn fahrt vom bremer hbf, in der waterfront(so heißt das einkaufszentrum) halle stand, herrschte totenstille. niemand außer mir war da!herrlich! wie im film-ein ganzes einkaufszentrum nur für mich! primark ist auch in bremen, von der gesamtfläche her, riesig. ich hatte mehr vom design/innenausstattung des ladens erwartet. irgendwas in richtung bunt/schrill. aber es erinnerte mich im ersten moment an c&a und es roch, wie du schon gesagt hast, nach billig-schuh-laden aka plastic-fantastic!primark kopiert ja sehr schnell jegliche trends der laufstege und so hoffte ich auf ausgefallene kleider, colle accessoires und killer-heels!schließlich fallen sie beispielsweise in london wie heuschrecken über die klamotten her.für deutschland heißt das konzept eher:bitte nicht überfordern! die deutschen sind ja (noch) nicht wirklich mutig in puncto outfit! ich nahm trotzdem ne einkaufstüte, die eher an ein fischernetz erinnerte, und ging auf beutefang!man muss sich wirklich durch viele basics schlagen, um an trendteile zu kommen. jeans-treggings (8euro), shirts shirts shirts (2euro),blazer (12 euro), endlich ein tüll-kleid für 8! euro. schocker des tages: high-heels in meiner größe (39) fast alle weg! kompensiert habe ich dies mit unmengen an accessoires…am ende hat sich die ausbeute schon gelohnt. es ist wirklich preiswert, wobei ich hier nicht näher auf den aspekt „fair-trade“ eingehen möchte, denn das das alles verbrecher sind, kann man sich ja denken. ansonsten ist eine hose für 8 euro auch nicht realisierbar. daher sollte man sich vielelicht 2mal überlegen, ob man diese art von fast-fashion wirklich unterstützen sollte….C

  6. Pingback: Pottblog

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